Himmelblau

Die Grenzen haben wir selbst gezogen
Innerhalb derer gehen Träume verloren
Jahrzehnte gefangen, will niemand mehr raus
Verloren in der Weite des Himmelblaus

Man hat dieses Blau schon fast vergessen
Wir ließen uns in Formen und Normen pressen
Und uns zu unschönen Taten drängen
Es ist so schwer, diese Grenzen zu sprengen

Und sie werden enger, von Jahr zu Jahr
Machen uns ängstlich und verwundbar
Wie könnten wir sein, ohne diese Grenzen
Eine Welt ganz ohne Indifferenzen

Das Blau wird zu Grau und dann immer trüber
Die Menschen denken, die Zeit geht vorüber
Doch der Mensch ist es, der vorüber geht
Vielleicht über Grenzen, wenn er versteht

Rhena Tabea Adam
Juni 2014

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Himmelblau

Maßlos

Da gibt es einen Vielfraß
Er stopft alles in sich rein
Und findet einfach nicht sein Maß
dabei will er doch perfekt sein

Der Vielfraß zieht sich zurück
Und denkt, so wird ihn niemand lieben
Dadurch zerbricht er Stück für Stück
Hat sich der Maßlosigkeit verschrieben

Er ist weit entfernt von seinem Ideal
Und fühlt sich von innen sehr verschmutzt
Glaubt, er wäre schwach und zu sentimental
Was hat ihm der Perfektionismus nun genutzt

Doch wär‘ er nur etwas mehr bescheiden
Er würde sich nicht verbiegen und verdrehen
Müsste sich nicht fürchten und auch nicht so viel leiden
Auch ganz ohne perfekt auszusehen

Da gibt es einen Vielfraß
Er hungert nach dem Leben
Doch er findet nicht sein Maß
Hoffentlich hat er sich nicht aufgegeben

Rhena Tabea Adam
November 2014

Maßlos