Words

Three words were written
on a wall in Kathmandu
They proclaim for eternity
I love you

Four illuminated words
were gleaming in Moscow
They declare the truth
this love will grow

Five words were sung
on a stange in Shanghai
An artist chanted them loudly
let us never say good-bye

Six words were cheered
somewere in Singapur
Six words filled with longing
could you please give me more?

Countless words were inscribed
in the depths of my heart
They make up a story
of us never beeing apart

Rhena Tabea Adam
November 2013

Advertisements
Words

Die Frau im roten Kleid

An der Bar saß eine Frau
Jeden Freitag, nur dafür
Hat sie sich fein gemacht
Und schaute den ganzen Abend lang
zur Tür

Sie lächelte verlegen
Immer freitags mit diesem Blick
Voller Sehnsucht trug sie
Ein rotes Kleid, war unnahbar,
Très chic

Sie umklammerte ihr Glas
So anmutig und rein
Sah keinem in die Augen
Nur zur Tür, immerzu, blieb sie einsam
Und allein

Alle Gäste schauten sie an
Auf ihr ruhte jedes Augenpaar
Im Vorbeigehen oder auch länger
Sie war so schön, doch sie wartete nur
Das ganze Jahr

Erst war es seltsam
Doch dann verstand ich irgendwann
Eine Frau wartet nur aus einem Grund
Sie hatte Hoffnung und liebte
Einen Mann

An der Bar saß eine Frau
Nie hat sie ein Wort gesprochen
Sie wartete vergeblich
Dieser Mann, der nie kam, hat ihr Herz
gebrochen

Rhena Tabea Adam
Oktober 2013

Die Frau im roten Kleid

Vorbei

Deine letzten Worte:
„Nimm’s nicht so schwer.“
Doch ich kann nicht anders
Ich vermiss‘ Dich so sehr

Jetzt ist es nun wirklich
Aus und vorbei
Du entfernst Dich von mir
Bist nun endgültig frei

Deine letzte Geste:
Du drückst mich an Dich
Diese kurze Umarmung
Ist viel zu flüchtig

Dein letztes Lächeln
Zu lange her
Und ich kann nicht anders
Ich nehm‘ es so schwer

Rhena Tabea Adam
Oktober 2014

Vorbei

Unvollkommen

In den Vordergrund drängt sich das Nicht-Gewollte
Um zu zeigen, dass es geliebt werden sollte
Das Unschöne wird so lange entblößt
Bis Du es nicht mehr von Dir stößt

Das, was Du nicht magst, wird zu Dir kommen
Und eines Tages von Dir angenommen
Wird ihm endlich zugehört
Ist es nicht mehr das, was stört

Das Annehmen übt Dich in Vertrauen
Es schult Dich darin, nach innen zu schauen
Das Ungewollte schult im Nicht-Betrügen
Und darin, sich dem Leben zu fügen

Aufhören regt zum Zuhören an
So erkennst Du, was das Unschöne kann
Durch das Unschöne wird das Schöne entdeckt
Denn das Unvollkommene macht das Leben perfekt

Rhena Tabea Adam
November 2013

Unvollkommen

Jetzt

Ich könnte jetzt aufhören, mir zu schaden
Könnte meine Schultern von dieser Last entladen
Und ich müsste mich nicht quälen
Könnte jetzt, in diesem Moment
einen besseren Weg wählen

Ich könnte damit beginnen, mich zu befreien
Und damit anfangen, mir zu verzeihen
Warum bin ich in diesem Schmerz geblieben
Dabei könnte ich jetzt, in diesem Moment
Gutes tun und tiefer lieben

Ich könnte nachspüren und innehalten
Könnte mein Leben auf bessere Art gestalten
Es wäre gar nicht nötig, dieses Leid zu ertragen
Und ich könnte jetzt, in diesem Moment
Aufhören mich zu beklagen

Vielleicht wäre mir dann endlich bewusst
Hinter Selbsthass steht Wut und Verlust
Und nur ich kann diese Wunden heilen
Ich müsste jetzt, in diesem Moment
nicht in diesem Schmerz verweilen

Ich könnte aufblühen, mich selbst entdecken
Mein Horizont würde sich meilenweit erstrecken
Ich könnte beginnen, meinen Weg zu gehen
Jetzt, in diesem Moment
Könnte ich mich lieben und zu mir stehen

Rhena Tabea Adam
Februar 2014

Jetzt